Respektvoller Umgang von Beginn an – Tipps für den Alltag 1

Julia greift zum Sprachprozessor
Respektvoller Umgang von Beginn an – Tipps für den Alltag 1

Ulrike Berndorfer |

Wie Eltern ihr Kind unterstützen können, seine Hörgeräte und Implantate zu akzeptieren und zu nutzen.

Kinder entdecken ihre Hörhilfe – ein wichtiger Schritt

Kinder sind neugierig und untersuchen ihre Hörhilfen. Das ist besonders dann typisch, wenn ein Kind gerade auch seinen Körper kennenlernt.
Erwachsene sollten darauf möglichst gelassen und ruhig reagieren: die Geräte weitgehend emotionslos entgegennehmen und nach einer kurzen Pause wieder einsetzen.
Oft ist es hilfreich, das Kind dabei abzulenken, indem der Erwachsene dem Kind etwas Spannendes in die Hände gibt und damit den Fokus auf das Entdecken anderer Objekte lenkt.

Die Hörhilfe hat einen fixen Platz

Falls ein Kind seine Hörhilfen herausnimmt, ist es gut, wenn der/die Erwachsene sich die Geräte vom Kind in die offenen Hände legen lässt. Ein neutrales „Danke!“ motiviert das Kind, dem oder der Erwachsenen seine Hörhilfen zu übergeben. Das Kind lernt von Beginn an, dass sie die Hörgeräte einer Bezugsperson übergeben sollen und dass diese kein Spielobjekt sind.
In der vertrauten Umgebung (zu Hause, im Kindergarten, …) haben die Hörhilfen einen bestimmten Platz, wo sie abgelegt werden. Das vermeidet, dass die Hörhilfen an einem beliebigen Ort abgelegt werden und in Folge Zeit und Energie in lästiges Suchen investiert werden muss.
Schon kleine Kinder beobachten die Abläufe beim Abnehmen und Weglegen der Hörhilfen: Sie suchen ihre Hörhilfen wieder dort auf, um sie einzufordern und dann auch aufzusetzen.

Rituale helfen die Tragezeit zu optimieren

Rituale im Tagesablauf unterstützen das Kind in seiner Orientierung: 
„Nach dem Aufstehen zieht mich die Mama an. Zuerst schlüpfe ich in den Pullover und dann bekomme ich meine Hörgeräte“
„Am Abend liest mir Papa mein Lieblingsbilderbuch vor, dann kuscheln wir und zum Schluss gebe ich meine Hörgeräte in die Dose. Papa nimmt sie mit ins Wohnzimmer und stellt sie auf die rote Kommode“
„Wenn ich im Kindergarten gerastet habe, setzt mir die Pädagogin die Hörhilfe wieder ein. Nach der Jause holt mich dann meine Oma vom Kindergarten ab“

Sylvia Stuhlhofer

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